Commitment of Traders Report (CoT)

Der CoT Bericht

Jeder Wert hat einen oder mehrere Gegenwerte. Andererseits wäre ein Wert nicht existent und niemand könnte auf eine bestimmte Wertentwicklung spekulieren. An den Börsen ziehen die Werte und ihre Wertentwicklungen das Interesse verschiedener Marktteilnehmer auf sich. Ein Marktteilnehmer, der sehr viel Wertmasse besitzt, kann damit die Wertentwicklungen beeinflussen und somit für sich gewinnbringend einsetzen. Ein Marktteilnehmer könnte aber auch nur vortäuschen sehr viel Wertmasse zu besitzen.

Um verschiedenen Möglichkeiten der Manipulation, Missbrauch und Betrug entgegenzuwirken wurde in den USD die Regulierungsstelle Commodity Futures Trading Commission (CFTC) ins Leben gerufen. Dort müssen alle meldepflichtigen Marktteilnehmer ihre offenen Handelspositionen auflisten. Alle offenen Positionen, Open Interest genannt, bestehen aus Netto Long Positionen und Netto Short Positionen, die in der Summe Null ergeben. Damit werden die Handelsaktivitäten beobachtet, dokumentiert und besitzen eine Aussagekraft.

Es gibt mehrere Gruppen meldepflichtiger Marktteilnehmer und eine Gruppe nicht meldepflichtiger Marktteilnehmer, deren offene Handelspositionen der CFTC jeden Dienstag Chicago Zeit zum Handelsschluss gemeldet werden. Für „Jedermann“ ist der Bericht, CoT Report – Commitment of Traders Report genannt, ab Freitag Handelsschluss, ebenfalls Chicago Zeit, auf der Website des CTFT abrufbar. Für uns in Deutschland bzw. Europa ist der jeweils neue bzw. aktuelle CoT Bericht ab Samstag einsehbar.

Der klassische CoT Bericht unterscheidet folgende Marktteilnehmer:

  1. Commercials – Hedger (große Händler der Warenterminmärkte, gehen Absicherungspositionen ein)
  2. Non Commercials – Spekulanten (meist Trendfolger mit Hauptinteresse an Wertentwicklungen)
  3. Non Rportables – kleine Händler (Zusammenfassung aller nicht meldepflichtigen kleinen Händler, die ebenfalls ein Hauptinteresse an Wertentwicklungen haben)

Der erweiterte CoT Bericht, den es seit dem 04.09.2009 gibt unterscheidet:

  1. Producer / Merchant / Processor / User – Hedger (Risikoabsicherung von Rohstoffen)
  2. Swap Dealer – Hedger (Risikoabsicherung von Swap-Geschäften = Geschäfte mit derivaten Finanzinstrumenten)
  3. Money Manager – Spekulanten im Auftrag von Kunden
  4. Other Reportables -Zusammenfassung anderer meldepflichtiger Händler
  5. Non Reportables – Zusammenfassung nicht meldepflichtiger Händler

Wir können also ab Samstag sehen, was die Marktteilnehmer insgesamt bis einschließlich vorangegangenen Dienstag an offenen Handelsaktivitäten unternommen haben. Eigentlich für einen Daytrader zu alte Informationen. Lediglich der längerfristige Händler kann damit etwas anfangen. Wer so denkt, hat weit gefehlt.

Der CoT Bericht wird zur Einsicht in verschiedener Weise angeboten. Unter anderem können wir historisch sehr weit zurückliegende Informationen einsehen. Sie werden uns in tabellenlesbaren Formaten zum Download angeboten. Es lassen sich Verläufe und damit verbundene Tendenzen sowie Extremwerte darstellen. Verschiedene Taktiken der großen Marktteilnehmer werden sichtbar.

Der Trader, je nachdem welche Handelsausrichtung er praktiziert, kann für sich aus einer gesamtheitlichen Darstellung wichtige Informationen zu seinem Vorteil nutzen. Am Ende geht alles auf eines hinaus: den Trend. Um den Trend in meiner Handelstrendebene als Daytrader bestätigt zu bekommen, bediene ich mich immer der übergeordneten Trendebene. Damit auch die übergeordnete Trendebene ihre momentane „Gültigkeit“ darstellt, sehe ich mir eine noch weiter höher liegende Trendebene an. Und spätestens diese findet ihre Bestätigung im CoT Report. Der CoT-Report steht also im indirekten Zusammenhang mit der Großwetterlage. Ich möchte an der Stelle auf meinen Fachartikel „Setup eines Daytraders“ verweisen.

Wir selbst werten den klassischen CoT Report aus und stellen ihn grafisch dar.

Allgemeine Anwendungsregeln

Der CoT-Bericht in seiner „Roh-Form“ ist nur sehr schwer bewertbar. Darum nutzen wir die zur Verfügung gestellten Daten für eine besser verständliche Verlaufsgrafik. Wir hatten uns bei dieser Art der Auswertung am Anfang vor Jahren sehr stark an der Arbeit von Gil Paz, dem Betreiber der Website pipsologie.com, orientiert.

erklährende Grafik zur Auswertung des CoT-Report

Was soll uns die Verlaufsgrafik sagen?

  1. Extrempunkte signalisieren uns bevorstehende größere Wendepunkte
  2. Die großen Händler (Commercials) geben die Richtung an. Da es sich bei ihren Positionen vorwiegend um Absicherungsgeschäfte handelt, müssen wir den Graphen invertiert bewerten.
  3. Die großen Spekulanten (Non Commercials) orientieren sich an den Commercials und bewegen den Kurs in die vorgegebene Richtung
  4. Die kleinen Händler (Non Rportables) sind meist nicht so zeitnah informiert wie die Großen und bemerken darum die Vorgaben meist erst später.
  5. Die Menge offener Netto-Long-Positionen und Netto-Short-Positionen in ihrer Gesamtheit. Also: steigt oder fällt das Interesse an einem Markt.

Hinweis:

Wir stellen unsere jeweils aktuelle CoT Auswertung als Verlaufsgrafik unter CoT-Bericht online. Die Grafiken sind anklickbar und werden danach in der Colorbox vergrößert dargestellt.